Die Schweiz verfügt aktuell noch über rund 1’600 Pensionskassen. Diese teilen sich in ca. 1’400 firmeneigene und rund 200 Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen auf. Für KMU, welche nicht über eine eigene Pensionskassenlösung verfügen, bleibt die Möglichkeit sich einer Sammel- und Gemeinschaftseinrichtung anzuschliessen. Dieser Markt ist umkämpft und je nach Branche, Struktur und Versicherungsleistungen fallen die Offerten und Prämien sehr unterschiedlich aus.

Der Preiskampf bei den Pensionskassen hält auch in diesem Jahr an und gute Risiken sind weiterhin gesucht.

Mystery Shopping

In Zusammenarbeit mit der Sonntagszeitung und der Finanz und Wirtschaft hat Weibel Hess & Partner AG zum 15ten Mal ein Mystery Shopping im Pensionskassenmarkt durchgeführt. Für eine Unternehmung mit 17 Personen und einer Lohnsumme von 2 Millionen Franken wurden Offerten bei über 20 Pensionskassen eingeholt. Nachstehend die Auswertung des Mystery Shoppings:

 

Doppelter Preis für die gleiche Leistung

Die Höhe der Sparbeiträge war in der Ausschreibung klar definiert und entsprechend fallen diese bei sämtlichen Pensionskassen gleich hoch aus. Grosse Unterschiede zeigen sich bei den Risiko- und Verwaltungskosten. Im Mystery Shopping hat die Noventus das günstigste Angebot abgegeben mit einer Prämie von 21’598 Franken. Auch die beiden Westschweizer Pensionskassen Patrimonia und Copré sowie Prévis und Vita zeigten sich mit attraktiven Offerten. Im vorliegenden Vergleich gab die Spida mit 51’753 Franken das teuerste Angebot ab und offerierte mehr als das Doppelte für die gleichen Leistungen.

Bei den Vollversicherungslösungen offerierte die Basler das attraktivste Angebot mit 44’348 Franken. Die teuerste Offerte bei den Vollversicherungslösungen gab die Pax ab. Im Vergleich mit den teilautonomen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen fällt auf, dass diese deutlich günstiger offerierten. Dies ist verständlich, da Vollversicherungslösungen eine Kapitalgarantie gewähren, welche die Vorsorgegelder der Versicherten jederzeit zu hundert Prozent garantieren. Die Kehrseite der Garantie sind die Mehrkosten für den Kapitalgeber, die zu höheren Risikobeiträgen für die Versicherten führen.

Fazit

Der Preiskampf bei den Pensionskassen hält auch in diesem Jahr an und gute Risiken sind weiterhin gesucht. Bestehende Kunden haben jedoch oft das Nachsehen. Ihre Verträge werden stillschweigend mit den gleichen Tarifen weitergeführt und günstigere Tarife werden nicht automatisch weitergegeben. Es lohnt sich somit die Pensionskasse regelmässig zu überprüfen. Bei der Wahl der Pensionskasse ist die Prämie jedoch nur eines von vielen Kriterien. Den gesamten Pensionskassenvergleich sowie weitere Kennzahlen finden Sie unter www.pensionskassenvergleich.ch.